"Wir wollen gemeinsam verhandeln, wie wir soziale Mitte in Hamm künftig ausgestalten wollen", beschreibt Caritas-Vorstand Elmar Marx das Ziel des Projektes, "und zwar so, dass niemand mehr das Gefühl haben muss, am Rande zu stehen."
Die Kampagne soll bis zum 100-jährigen Jubiläum der Caritas im Jahr 2019 dauern. Um das zu erreichen, setzt die Caritas auf aktive Beteiligung und Vielfalt. Elmar Marx: "Die Bürgerinnen und Bürger können sich zu lokalen Themen positionieren sowie eigene Ideen und Projekte einbringen." Denn, so Marx, die Kampagne sei als dynamischer Prozess angelegt, der auf einer möglichst breiten Basis mit einem umfassenden Meinungsaustausch stattfinden solle. "Mitte", so der Caritas-Vorstandsvorsitzende, habe schließlich für jeden einen ganz individuelle Bedeutung.
Gleichzeitig werden bei der Kampagne tiefgreifende gesellschaftliche Entwicklungen in den Blick genommen. Galt die Mitte lange Zeit als Stütze des Gemeinwesens, gerät diese Stabilität aktuell ins Wanken. Abstiegsängste und zunehmende Orientierungslosigkeit prägen aktuell das Bild der viel zitierten "gesellschaftlichen Mitte". Elmar Marx. "Wir wollen ermutigen, über diese Ängste zu sprechen und zugleich gemeinsame Perspektiven entwickeln." Auch politisch gesehen habe die Mitte sich verschoben, betonte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann. "Den Kampf um die Mitte müssen wir führen, denn sie hat ein großes Maß an Bedeutung für die Gesellschaft."

Foto: Oberbürgermeister Hunsteger-Petermann lässt sich von Tobias Berghoff und Elmar Marx (Caritas Vorstand), Volker Elsen (N-Coding) und Prof. Katja Becker (HSHL) durch die Ausstellung der Projektpräsentation führen.
Position beziehen und Statements abgeben können die Bürgerinnen und Bürger auf der Internetseite der Kampagne, die zum Start freigeschaltet wurde. Die virtuelle Plattform ist die Schaltzentrale - nicht nur für Mitmach-Aktionen, sondern auch für umfassende Informationen über Inhalte und Ablauf von "Mitte ist überall". Volker Elsen, Geschäftsführer der Agentur N-Coding und Mitinitiator der Kampagne stellte den zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Eröffnungsveranstaltung die Vielfalt des Kampagnenauftritts im Internet vor. Er zeigte, wie einfach das Mitmachen ist, indem er während seiner Präsentation ein Foto aus dem Saal auf die Mitmachplattform einstellte.
Inhaltlich setzt die Kampagne drei Schwerpunkte: Es geht um die Fragen, wie die Generationen zusammenleben, wie Vielfalt gelebt und gestaltet werden kann und um den Aufbau und die Pflege sozialer Beziehungen. Zu zwei der Handlungsfelder hatten Studierende der Hochschule Hamm/Lippstadt in einem gemeinsamen Projekt mit der Caritas Hamm gearbeitet. Im Studienschwerpunkt "Innovation" setzen sich 90 Studierende in 23 Gruppen mit Fragen zur Mobilität im Alter und zur Zivilcourage auseinander. Die vier besten Ergebnisse wurde im Rahmen des Kampagnenauftakts präsentiert. Prof. Becker, die diesen Studiengang betreut, zeigte sich begeistert über die Ergebnisse: "Besonders spannend war zu beobachten, wie die Bereiche Soziale Arbeit und Technik, die scheinbar erstmal gar nichts miteinander zu tun haben, sich gegenseitig befruchteten und inspirierten."