In Würde und ohne Schmerzen daheim sterben können
Ambulante
Caritas-Pflegedienste Hamm erweitert das bereits bestehende Netzwerk der
ganzheitlichen Pflegeangebote – schwerstkranke Menschen werden von
Palliativ-Pflegefachkräften zu Hause in der eigenen Wohnung gepflegt und
betreut.
Sterben und Tod, bis vor kurzem noch ein Tabu-Thema, wird mittlerweile immer
öfter in den öffentlichen Medien diskutiert. Besonders im Zusammenhang mit der
Frage der Sterbehilfe, wie sie im benachbarten Ausland, z. B. in der
Schweiz oder den Niederlanden praktiziert wird, bietet sich auch bei uns immer
wieder ein Anlass zur öffentlichen Diskussion.
Aber gerade hier in Deutschland und insbesondere in unserer Stadt Hamm hat sich
in den vergangenen Jahren die Situation schwerstkranker, an einer unheilbaren
Krankheit leidender Menschen sehr verbessert, so dass wir uns von dem Gedanken
der zuvor genannten Sterbehilfe deutlich distanzieren können.
Das stationäre Hospiz „Am Roten Läppchen“ wurde für viele Menschen zum letzten
Lebensort, an dem sie wohlbehütet und begleitet sterben konnten.
Doch es gibt viele Kranke, die zu Hause, umgeben von Menschen die sie lieben
und gern haben und in ihrem „eigenen“ Bett ihre letzten Lebenstage verbringen
wollen. Sie möchten in ihrer vertrauten Umgebung ruhig für immer einschlafen
dürfen.
Die Ambulante Caritas Pflegedienste Hamm möchte dem Wunsch dieser Menschen
entsprechen und bietet ab sofort eine fachlich qualifizierte Pflege an, die
somit ein Verbleiben in der eigenen Häuslichkeit ermöglicht.
In den vergangenen zwei Jahren wurden insgesamt fünf Pflegefachkräfte in einer
speziellen Weiterbildungsmaßnahme als Palliativ-Pflegefachkraft ausgebildet,
vier weitere Pflegefachkräfte befinden sich in der speziellen Ausbildung. Ziel
ist, dass das gesamte Team der Pflegefachkräfte innerhalb der nächsten zwei bis
drei Jahre eine entsprechende Qualifikation erlangt. Zusätzlich unterstützen
drei ausgebildete Wundmanagerinnen das Team der Ambulante Caritas
Pflegedienste, so dass auch ausgeprägte Wundsituationen im häuslichen Bereich
qualifiziert versorgt werden können.
Regelmäßige Teamgespräche, Fallbesprechungen und Supervision unterstützen die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der täglichen Arbeit. So kann eine, auf
persönliche Wünsche des Patienten abgestimmte fachgerechte Versorgung inklusive
Tages- und Nachtrufbereitschaft, für das gesamte Hammer Stadtgebiet
gewährleistet werden.
Mehrere ausgebildete Palliativmediziner in Hamm sind zur Zusammenarbeit mit den
Sozialstationen der Ambulante Caritas-Pflegedienste bereit, so dass auch hier
eine fachärztliche „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“ garantiert ist.
Neben der individuell abgestimmten Pflege stehen natürlich auch Gespräche und
die Begleitung Betroffener sowie die Unterstützung der Angehörigen im
Vordergrund. Ängste und Tabus sollen möglichst abgebaut werden. Für diesen
sensiblen Bereich stehen gut geschulte Ehrenamtliche zur Verfügung, die über
eine Kooperation mit dem örtlichen ambulanten Hospizdienst eingesetzt werden
und im ständigen Austausch mit den hauptamtlichen Mitarbeitern stehen.
Ebenso sind Seelsorger in das Versorgungskonzept Palliativpflege integriert,
sie werden auf Wunsch der Patienten oder Angehörigen in die Betreuung
einbezogen.
Diese Vernetzung und ein guter Austausch mit allen in diesem Bereich tätigen
Kooperationspartnern stellt den Erfolg dieser Grundidee, Menschen auch in der
letzten Lebensphase ein Verbleiben in ihrem eigenen Zuhause und ein Recht auf
Schmerzfreiheit und Selbstbestimmung sicher.
Ganz wichtig ist aber auch die Begleitung trauernder Angehöriger, die manchmal
ganz allein zurück bleiben. Für sie gibt es die Möglichkeit, das Trauercafe zu
besuchen oder die Trauer in Einzelgesprächen oder Gruppenangeboten zu
bewältigen.
Reinhild Kesting, Leiterin der Sozialstationen