Für diese Idee gehört sie jetzt zu den drei besten Auszubildenden in Nordrhein-Westfalen und ist für den Pflegepreis NRW in der Kategorie "Newcomer" nominiert. Die feierliche Verleihung findet am 12. Mai in Düsseldorf statt - am Internationalen Tag der Pflegenden.
Für den Pflegepreis NRW 2026 nominiert: Jessica Ann Kremer, Auszubildende zur Pflegefachkraft bei der Caritas Hamm im Seniorenzentrum St. Bonifatius, hat mit ihrem „Ampelsystem für den Notfall“ eine einfache, aber wirkungsvolle Orientierung entwickelt, die Sicherheit gibt und den Willen der Menschen in den Mittelpunkt stellt – symbolisch dargestellt durch eine Ampel. Auf dem Foto (von links): Agathe Tytko (Praxisanleiterin), Martin Witteczek (stv. Pflegedienstleitung / Hausleitungsteam), Jessica Ann Kremer und Daniel Hartmann (Einrichtungsleitung). Frau Kremer ist nicht im Dienst und daher ohne Dienstkleidung abgebildet. Anna Eckart (Caritas Hamm)
"In der Pflege gibt es Augenblicke, da darfst du nicht zögern", sagt Kremer. "Du musst wissen, was der Mensch vor dir will - nicht irgendwann, sondern genau dann. Dafür wollte ich eine Lösung schaffen." Das "Ampelsystem für den Notfall" entstand im Seniorenzentrum St. Bonifatius - aufbauend auf bestehenden Ansätzen in Einrichtungen der Caritas - aus einer Erfahrung, die viele Pflegekräfte kennen: Entscheidungen über lebensverlängernde Maßnahmen sind dokumentiert, aber im entscheidenden Moment nicht sofort greifbar.
Jessica Ann Kremer griff diesen Ansatz im Rahmen ihrer Ausbildung auf, entwickelte ihn weiter und überführte ihn in eine klar strukturierte, praxistaugliche Lösung für den Pflegealltag. Ihr Konzept ist bewusst einfach gehalten - und genau darin liegt seine Stärke: Eine übersichtliche, analoge Darstellung im Zimmer der Bewohner*innen macht den Willen unmittelbar sichtbar. Ohne Suchen. Ohne Zweifel. "Es geht um Sicherheit - für die Menschen, die wir begleiten, und für die, die entscheiden müssen", sagt Kremer. "Wenn alles klar ist, bleibt mehr Raum für das, worauf es wirklich ankommt."
Wenn Haltung auf Alltag trifft
Dass diese Weiterentwicklung jetzt landesweit Aufmerksamkeit bekommt, ist kein Zufall. Sie ist Ausdruck einer Haltung, die Pflege weiterdenkt - und eines Umfelds, das genau das möglich macht. Ein zusätzlicher Impuls kam aus der Ausbildung selbst: Die Idee wurde von der Westfälischen Pflegeschule Hamm aufgegriffen und durch den Schulleiter weitergetragen. Über das Seniorenzentrum St. Bonifatius wurde das weiterentwickelte Ampelsystem schließlich offiziell für den Pflegepreis eingereicht.
Praxisanleiterin Agathe Tytko beschreibt Kremer als jemanden, der Verantwortung nicht nur übernimmt, sondern konsequent weiterdenkt: "Jessica geht den Dingen auf den Grund. Sie bleibt nicht bei Beobachtungen stehen, sondern fragt weiter - und entwickelt daraus Lösungen, die im Alltag wirklich funktionieren. Genau diese Haltung macht gute Pflege aus." Auch Pflegedienstleitung Daniel Hartmann sieht darin mehr als eine einzelne Idee: "Hier wird sichtbar, was entsteht, wenn Ausbildung ernst genommen wird und junge Menschen Gestaltungsspielraum bekommen. Frau Kremer übernimmt Verantwortung, denkt mit und denkt weiter - und genau daraus entsteht Qualität in der Pflege."
Ein Preis mit besonderer Bedeutung
Der Pflegepreis NRW wird jährlich gemeinsam mit Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann verliehen. In diesem Jahr steht er unter dem Motto "Politische Haltung" - und würdigt Menschen, die Pflege mit Haltung und Überzeugung gestalten. Dass die Verleihung am 12. Mai stattfindet, verleiht der Nominierung eine besondere Bedeutung. Der Internationale Tag der Pflegenden steht weltweit für die Sichtbarkeit eines Berufs, der oft im Hintergrund wirkt - und doch unverzichtbar ist.
Für Jessica Ann Kremer ist die Einladung nach Düsseldorf deshalb vor allem eines: ein Moment, der zeigt, dass sich Engagement lohnt. "Ich mache meine Ausbildung, weil ich Pflege aktiv mitgestalten möchte - damit aus herausfordernden Erfahrungen bessere werden. Ich will eine Pflegekraft sein, auf die sich Menschen wirklich verlassen können. Dass aus einer Idee im Alltag so etwas entstehen kann, hätte ich nie gedacht."
Ausbildung, die Wirkung entfaltet
Die Caritas Hamm versteht Ausbildung als Raum für Entwicklung, Verantwortung und eigene Ideen. Dass daraus konkrete Impulse für den Pflegealltag entstehen, zeigt das Beispiel von Jessica Ann Kremer eindrucksvoll.
Weitere Informationen zur Ausbildung: www.caritas-hamm.de