Beide blicken trotz vieler Herausforderungen in ihrem Leben mit großer Dankbarkeit zurück - und beide zeigen, wie gute Pflege aussehen kann: wenn Menschen auch im hohen Alter ihre Persönlichkeit bewahren, Beziehungen pflegen und weiterhin Freude an Gemeinschaft erleben.
links: 100 Jahre voller Leben: Ursula Esfeld feierte im Caritas-Seniorenheim St. Vinzenz ihren 100. Geburtstag. Gemeinsam mit Mitarbeitenden, Familie und Mitbewohner*innen und Mitbewohnern wurde dieser besondere Moment gefeiert.
rechts: Begleitung, die verbindet: Viktoria Kinder feierte ihren 100. Geburtstag im Caritas- Seniorenheim St. Vinzenz. Bereits vor ihrem Einzug stand sie mit den Caritas Lotsen in Kontakt – ein Beispiel dafür, wie die Caritas Hamm Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen begleitet.Caritas Hamm
In allen drei Seniorenheimen der Caritas Hamm gilt derselbe Anspruch: Gute Pflege bedeutet mehr als Versorgung. Auch im St. Vinzenz steht der Mensch mit seiner Persönlichkeit, seiner Lebensgeschichte und seinen individuellen Wünschen im Mittelpunkt. Ziel ist es, ein Zuhause zu schaffen, in dem sich Menschen sicher, wohl und angenommen fühlen - und auch im hohen Alter aktiv am Leben teilhaben können. "Jeder Mensch bringt eine eigene Geschichte mit, die wertvoll ist und die wir kennenlernen möchten", sagt Claudia Grünhage, Pflegedienstleitung im Seniorenheim St. Vinzenz.
Ursula Esfeld: Ein Leben voller Stärke und Leidenschaft
Am 8. Juli feierte Ursula Esfeld ihren 100. Geburtstag. Geboren in Ostwennemar, führte ihr Lebensweg sie als Kind zunächst nach Westpreußen, bevor der Krieg sie zurück in die Heimat brachte. Früh musste sie Verantwortung übernehmen, nachdem ihre Mutter verstorben war. Mit viel Stärke und Gelassenheit meisterte sie die Herausforderungen ihres Lebens.
Eine besondere Leidenschaft begleitete Ursula Esfeld über viele Jahre: die Küche. Vor allem ihre liebevoll verzierten Torten sind vielen Menschen bis heute in Erinnerung geblieben. Ihr persönliches Rezept für ein langes Leben formuliert sie mit einem Lächeln: "Nicht rauchen, nicht saufen."
Seit Mai 2023 lebt Ursula Esfeld im St. Vinzenz der Caritas Hamm. Für sie war das Haus schon lange ein besonderer Ort: "Ich wollte immer hierhin, ich habe gesehen, wie es aufgebaut wurde." Heute genießt sie ihren Alltag in ihrem eigenen Rhythmus, nimmt an Angeboten teil, wenn sie möchte, und freut sich über die Begegnungen mit anderen Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Mitarbeitenden. Ihren besonderen Geburtstag feierte sie gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern, Mitarbeitenden, Pastor Haitz sowie ihrer Familie mit Sohn, Schwiegertochter, Enkeln und Urenkeln.
Viktoria Kinder: Aktiv bleiben und Gemeinschaft erleben
Nur einen Tag später gab es im St. Vinzenz erneut einen besonderen Anlass: Viktoria Kinder feierte ebenfalls ihren 100. Geburtstag. Geboren wurde sie am 9. Juli 1926 in Warmuntowitz in Oberschlesien. Eigentlich sollte sie Klara heißen - durch einen Fehler ihres Vaters beim Standesamt wurde daraus Viktoria. Sie wuchs mit neun Geschwistern auf und musste bereits früh schwere Verluste erleben. Halt fand sie bei ihrer älteren Schwester, die für sie wie eine zweite Mutter wurde.
Ende der 1950er Jahre kam Viktoria Kinder nach Hamm. Sie arbeitete am Verschiebebahnhof, lernte ihren Mann kennen und baute sich hier ihr Leben auf. Bewegung und Gemeinschaft waren dabei immer wichtige Begleiter: Sie sang im Chor, war aktiv bei der kfd, reiste viel, fuhr Fahrrad und ging schwimmen. Auf die Frage, wie sie so alt geworden sei, antwortet sie mit einem Lächeln: "Ich frag mich das manchmal selber, ich habe nie auf dem Hintern gesessen."
Der Kontakt zur Caritas Hamm bestand für Viktoria Kinder bereits vor ihrem Einzug in das St. Vinzenz. Über die Caritas Lotsen wurde sie schon im Vorfeld begleitet. Diese Verbindung zeigt den ganzheitlichen Ansatz der Caritas Hamm: Menschen werden nicht erst dann unterstützt, wenn Pflege notwendig wird, sondern bereits vorher begleitet und in unterschiedlichen Lebenssituationen unterstützt.
Ein Zuhause, in dem Leben weitergeht
Zwei 100. Geburtstage innerhalb weniger Tage sind auch für das Team des St. Vinzenz- etwas ganz Besonderes. Die Geschichten von Ursula Esfeld und Viktoria Kinder zeigen, was gute Pflege ausmacht: Menschen Sicherheit zu geben, Beziehungen aufzubauen und ihnen auch im hohen Alter Lebensqualität und Teilhabe zu ermöglichen.
"Es geht nicht nur darum, Menschen im Alltag zu unterstützen. Es geht auch darum, gemeinsam schöne Momente zu schaffen, Erinnerungen zu teilen und jedem Menschen das Gefühl zu geben: Du gehörst dazu", sagt Martina Spielhoff, Sozialdienstleitung im Seniorenheim St. Vinzenz. "Wir sorgen mit Pflege, Betreuung und Gemeinschaft gemeinsam dafür, dass Menschen auch im hohen Alter ihren Alltag mitgestalten und sich zuhause fühlen können. Gute Pflege begleitet nicht nur Lebensjahre - sie macht Lebensqualität möglich."