Stationäre Hilfen

Mutter-Kind-Wohngruppe

Von Beginn an fördern wir die jungen Frauen beim Erlernen und Einüben der Mutterrolle mit allen damit verbundenen Pflichten. Dabei unterstützen und begleiten wir sie in allen alltäglichen Belangen sowie  in der Entwicklung einer Lebensperspektive durch Übernahme von Verantwortung für sich selbst und das Kind. Hierzu werden Förderpläne erarbeitet, die den Tages- und Wochenablauf regeln und so die individuellen Bedürfnisse berücksichtigen.

Außerdem bereiten wir sie auf das Leben in einer eigenen Wohnung vor und stehen nach dem Umzug unterstützend zur Seite. Eine Betreuerin hilft bei der Haushaltsorganisation, der Wohnungseinrichtung und allen anderen Dingen des täglichen Lebens.

Zur Entlastung, während der Schul- oder Ausbildungszeiten, bieten wir zusätzlich eine U-3-Betreuung im separaten Kinderbereich an.

Grundsätzlich gilt dieses Angebot auch für hilfesuchende Väter, die Unterstützung bei der Betreuung ihres Kindes benötigen. Auch ihnen stehen alle genannten Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Durch eine enge Kooperation mit der Caritas Bildungsforum können die jungen Frauen auch außerschulisch einen Schulabschluss erwerben sowie eine individuelle Ausbildungs- und Berufsperspektive entwickeln.

Zur Zielgruppe gehören junge Frauen aus allen Kulturkreisen, die durch eine frühe Mutterschaft und ihre vorangegangene, meist belastende, Biographie nicht die ausreichende persönliche Reife, die Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Aneignung der Mutterrolle haben und gleichzeitig keine ausreichende Unterstützung durch informelle soziale Netzwerke in der Alltagsbewältigung erleben. Sie finden über einen befristeten Zeitraum gemeinsam mit ihren Kindern in der Mutter-Kind-Einrichtung einen geeigneten Lebensraum.

  • Frauen, die aufgrund ihrer familiären Situation in der Herkunftsfamilie als Schwangere oder mit Kind keinen Lebensraum finden.
  • Frauen, die aufgrund sozialer Defizite momentan nicht in der Lage sind, eigenverantwortlich mit ihrem Kind zu leben.
  • Frauen, die aufgrund psychischer Erkrankung, Lern- oder geistiger Behinderung, das Kind nicht allein versorgen und persönliche Angelegenheiten nicht ausreichend regeln können.
  • Frauen, die aufgrund extremer Schwierigkeiten in lebenspraktischen Fragen und der Unfähigkeit zur eigenen Haushaltsführung sowie in der Versorgung und Erziehung ihres Kindes Anleitung benötigen.
  •  Frauen, die nur mit Hilfe einer Heimbetreuung ihre schulische oder berufliche Ausbildung neben der Versorgung ihres Kindes abschließen können, damit sie zukünftig selbstverantwortlich für sich und ihr Kind sorgen.
  • Frauen, deren Persönlichkeitsentwicklung stark beeinträchtigt oder gefährdet ist.

Die Zeit in der Wohngruppe hat zum Ziel, die Frauen zu befähigen, die Verantwortung für sich und ihre Kleinstkinder zukünftig angemessen wahrzunehmen. Gleichzeitig ist mit dem Aufenthalt in der Einrichtung das Ziel verbunden, das Wohl der Kleinstkinder zu gewährleisten und in der Übergangsphase zu sichern. Diese doppelte Zielsetzung prägt das pädagogische Gesamtkonzept. Um die jungen Frauen dahingehend zu befähigen, ist es wichtig, sie kontinuierlich zu stabilisieren und ggf. bereits erlittene Traumata durch professionelle Hilfe aufzuarbeiten.

Das Lernen und die Entwicklung von Kompetenzen geschehen in der Gruppe hauptsächlich auf der Ebene des Erfahrungslernens. Das bedeutet, dass der Alltag mit all seinen Anforderungen von den pädagogischen Mitarbeiterinnen begleitet und angeleitet wird. Es gibt notwendige Unterstützung zur Selbständigkeit und Selbstwirksamkeit. Das Handeln liegt jedoch bei der Mutter, während die begleitende und anleitende Rolle bei den pädagogischen Fachkräften liegt.